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Warum Österreich bei der Digitalisierung versagt

Es wird nicht gern darüber gesprochen, wir als Webmaster und Angehörige einer Branche, welcher mehrere Tausende Fachkräfte fehlen, legen jetzt jedoch einmal den Finger in die Wunde.

Sprechen wir einmal ehrlich darüber warum Österreich in der Digitalisierung versagt, wie ein Kaufhaus Österreich passieren kann, wie es sein kann das so gut wie alle Gemeinden des Landes schlechte bis keine oder kaum praxistaugliche Online-Präsenzen besitzen, warum wir viel zu wenig Fachkräfte haben um überhaupt unseren Rückstand in der Digitalisierung aufzuholen.

Der aktuelle Digitalisierungs-Stand in Österreich

Die Digitalisierung ist untrennbar mit der Wirtschaft verbunden, aber auch wir als Gesellschaft sind schon längst in der Digitalisierung angekommen. Wir erleben, dass unser tagtäglicher Ablauf, sowohl privat als auch beruflich, ein integraler Bestandteil dieses Digitalisierungsprozesses ist.

Die Digitalisierung ist in der österreichischen Wirtschaft bislang noch nicht vollständig angekommen: Mehr als jedes dritte kleine oder mittlere Unternehmen (KMU) misst digitalen Technologien noch keine große Relevanz für das eigene Geschäftsmodell bei. Zudem wenden österreichische Industrieunternehmen aus dem Mittelstand im Schnitt nur rund zehn Prozent ihrer Gesamtinvestitionen für digitale Technologien auf. Chancen werden dabei insbesondere in der Kundengewinnung sowie Kostenreduktion gesehen, eine Realisierung scheitert jedoch häufig am mangelnden Know-how. Insgesamt weist Österreichs Mittelstand damit nur einen geringen bis mittleren Digitalisierungsgrad auf.

Doch was ist mit diesem Know-How an dem es mangelnd?

Das schärfste Problem welches wir in der Digitalisierung haben ist der ekltatante Mangel an Fachkräften, welchen wir durchaus selbst verschulden. In Österreich allein fehlen derzeit mehr als 24.000! Fachkräfte im MINT (MINT-Fächer ist eine zusammenfassende Bezeichnung von Unterrichts- und Studienfächern beziehungsweise Berufen aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.) Bereich. Dies bedeutet einen Wertschöpfungsverlust von rund 3,8 Milliarden Euro für den österreichischen Wirtschaftsstandort pro Wirtschaftsjahr.

Österreichs Unternehmen leiden unter dem IT-Fachkräftemangel enorm und Österreich gehört zu den negativen Spitzenreitern im EU-Vergleich. Dabei fehlen die meisten Fachkräfte in den Bereichen, die Österreichs Wirtschaft jetzt am dringendsten benötigen: Software Engineering & Web Development und IT Security.

24.000 Fachkräfte gesucht, aber wo sind sie?

Den Mangel an MINT-Fachkräften kann man Durchaus an wenigen Punkten festmachen, sieht man sich den „EDV-Unterricht“ an Österreichs Pflichtschulen an, so merkt man schnell: Veraltet, Realitsfern, zu wenig Unterrichtseinheiten. Themen wie Digital-Kompetenz, Programmieren, etc. stehen ÜBERHAUPT nicht auf dem Stundenplan, dafür Religion und das Neid-Pedant dazu, der „Ethik-Unterricht“, hier wird bereits der Grundstein gelegt warum die wenigsten Jugendlichen überhaupt die Chancen, welche die Digitalisierung bietet, erkennen und begreifen.

Gehen wir den Schritt weiter, nach der Pflichtschule, gibt es natürlich auch den Weg eines Studiums, allerdings hat man in Österreich aufgrund der vorherrschenden konservativen Mentalität auch hier nicht begriffen das eines der wichtigsten Fundamente der Digitalisierung eine starke Open-Source Szene ist, welche Quereinsteiger und Autodidaktisches Lernen bevorzugt, da diese frische Ideen einbringen und somit Innovationen erzeugen und vor allem erfordert Digitalisierung die Bereitschaft zu einen Lebenslangen Lernprozess. Dabei haben sich unsere Glorreichen Konservativen eine Ausbildungspflicht überlegt und da sie natürlich auch hier mal wieder keinen Plan hatten, wie man dies in der Realität umsetzt, verschenken wir auch hier die Chance die Jugendlichen in die Richtung zu motivieren. Stattdessen sitzen sie in „Kursen“, in denen sie Döddelaufgaben lösen, spazieren gehen, etc. aber kaum Zeit damit verbringen das zu tun, was sie tun sollten und zwar eine Ausbildungsstelle zu finden. Hier an dieser Stelle einen ganz lieben Gruß unsererseits an „NEBA„, einem der Geschwüre dieser Seuche. Würde man hier ansetzen und Digitale Kompetenzen fördern, könnten wir tausende Stellen im Bereich Design, Marketing, Grafik und Datenanalyse schnell besetzen!

Den Rest besorgt die Österreichische Mentalität, welche sehr Konservativ und Egoman geprägt ist, selbst. Diese vergrault die verbleibenden Fachkräfte oft ins Ausland wo sie bessere Rahmenbedingungen und Akzeptanz vorfinden.

Inkompetenz und Anmassung als Hybres

Besonders in der Politik gibt es viele, für die Digitalisierung schädliche, Eigenschaften die uns im Europäischen Ranking immer weiter abstürzen lassen. Die Inkompetenz der Verantwortlichen, die Unfähigkeit Experten ernst zu nehmen und die Unfähigkeit Verantwortung abzugeben, meist aus Angst um die eigene Selbstdarstellung, sorgen für negative Highlights wie „Kaufhaus Österreich“, wo man den Auftrag lieber an einen Ideologisch Nahestehenden, statt einem Kompetenten Partner vergeben hat.

Auch in Österreichs Gemeinden findet man dieses Problem sehr oft, weswegen die meisten Gemeindewebseiten schlicht nicht Benutzerfreundlich, noch Ansprechend oder Praktikabel sind. Und jeder der schon mal einer Gemeinde Ehrenamtliche Digitalisierungshilfe angeboten hat, wird wissen wovon wir sprechen. Mit derart schlechten Vorbild, sorgt so schon die Regional-Politik oft selbst dafür das sie als Standort moderner Wirtschaft nicht attraktiv ist und die Ortskerne entsprechend aussterben.

Digitalisierung funktioniert nur, wenn viele Entwickler ihre Erfahrungen und Fähigkeiten in gemeinsame Projekte einbringen, sich austauschen und voneinander lernen. Voraussetzung dafür ist eine offene und hierarchiefreie Kommunikation. Das hat der amerikanische Informatiker Melvin Edward Conway bereits in den 1960er-Jahren erkannt. Doch in Österreich ist oft das Beleidigte Ego wichtiger, als die Fähigkeit zur Selbstkritik und somit das Wissen anderer zu akzeptieren.

Es braucht einen Kulturellen Wandel

Um Österreich in der Digitalisierung wieder nach vorne zu bringen. Vor allem unsere Konservative und damit Realitätsferne Mentalität erweist sich in unserer Modernen Welt als Stolperfalle. Wir legen uns selbst ein Bein, schaden uns selbst und wir begeben uns in einen Teufelskreis aus dem es kaum noch ein entkommen geben wird.

Was sagst Du dazu? Lass uns doch Deine Meinung dazu in den Kommentaren!

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